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Nachholtermin der Frauenkulturtage: Theaterstück „Kassandra“ am Freitag, 6. November

Theaterstück „Kassandra“ am Freitag, 6. November, im Forum der VHS

Es war die erste Veranstaltung der diesjährigen Dorstener Frauenkulturtage, die im März Corona bedingt abgesagt werden musste. Jetzt steht ein neuer Termin fest: Am Freitag, 6. November, wird das Theaterstück „Kassandra“ um 19 Uhr im Forum der VHS aufgeführt.

In der autorisierten Bühnenfassung nach der gleichnamigen Erzählung von Christa Wolf macht die Schauspielerin Cornelia Gutermann-Bauer in der Figur der Kassandra eine über dreitausendjährige Geschichte beeindruckend sichtbar. Als Kriegsbeute des Griechenkönigs Agamemnon erinnert sich Kassandra an die Ereignisse um den Krieg in Troja und ihre Bemühungen, in dieser Vorkriegs- und Kriegszeit als Mensch und Frau zu leben.

Kassandra, die behütete trojanische Königstochter, glaubt glücklich zu sein, bis allmählich feine Risse das Bild des Königshauses fragwürdig erscheinen lassen. Sie fragt, was hinter den Fassaden der Macht tatsächlich vor sich geht. Wer ist der geliebte Vater, der König, wirklich? Sie wird hellhörig und entdeckt die heimlichen Zurüstungen für einen Krieg. Sie erlebt, wie ein Feindbild entsteht, Konflikte emotionalisiert werden und der männliche Begriff der Ehre schließlich den Krieg unvermeidlich werden lässt. Kassandra gerät in Opposition und Widerstand. Und sie erkennt sich selbst, erfährt ihre eigene Kraft und ihre eigene Stimme.

Mit dem 1983 erschienenen Stück „Kassandra“ traf die 1929 in Landsberg an der Warthe geborene Schriftstellerin Christa Wolf den Nerv der Zeit. In der Zeit des Nato-Doppelbeschlusses, der hunderttausende Menschen in Deutschland und Europa gegen das Wettrüsten der Großmächte auf die Straße brachte, wurde ihre Erzählung zum Kultbuch der Frauen- und Friedensbewegung. Bis heute ist es das meistgelesene Werk der 2011 verstorbenen Autorin, die zahlreiche nationale und internationale Preise erhielt, darunter den Georg-Büchner-Preis, den  Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, den Premio Mondello und den Deutschen Bücherpreis.

Die eigens für die Bühne geschaffene und von Christa Wolf autorisierte Textfassung stammt von Günter Bauer, der auch Regie führt. Gerade seine Lichtregie schafft eine neue Dimension der Geschichte und macht mit die Faszination des Abends aus. Das renommierte Turmalin-Theater (aus Weingarts und Berlin) brachte das Stück unter anderem anlässlich der Verleihung des Elisabeth-Langgässer-Preises an Christa Wolf und der Eröffnung der Troja-Ausstellung in Stuttgart auf die Bühne.

Dorstens Gleichstellungsbeauftragte Vera Konieczka freut sich, gemeinsam mit dem Agenda-Verein und dank der Unterstützung der Sparkasse Vest in Dorsten ein Theater nach Dorsten holen zu können, das in der Vergangenheit unter anderem im Rahmenprogramm der documenta in Kassel, beim Internationalen Kafka-Festival Augsburg-Prag und bei den Kleist-Festtagen in Frankfurt gastierte und von der Kritik begeistert gefeiert wurde.

Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro (Vorverkauf) sind ab sofort in der Gleichstellungsstelle im Rathaus und in der Stadtinfo (Recklinghäuser Straße 20, Telefon 02362 / 30 80 80, E-Mail stadtinfo@dorsten.de in der Recklinghäuser Straße erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt zwölf Euro.

Quelle: Pressestelle Dorsten

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