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Wirtschaftlicher Strukturwandel in Dorsten

Anstrengungen des Strukturwandels zahlen sich aus

Die Stadt Dorsten hat im Strukturwandel in den letzten 15 Jahren außerordentliche Erfolge erzielt, wie eine aktuelle Auswertung von Kennzahlen durch die Wirtschaftsförderung WINDOR ergibt: Im Juni 2022 erreichte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Dorsten mit fast 22.000 den höchsten Stand seit 30 Jahren, die Zahl der Arbeitslosen mit 2.275 zugleich den niedrigsten und die Arbeitslosenquote lag mit 5,8 % ebenfalls unter dem bislang besten Wert von 5,9 % im Jahr 2019.

In den Jahren um den Jahrtausendwechsel hatte der Strukturwandel der Dorstener Wirtschaft kräftig zugesetzt: Die Insolvenz des Stewing-Konzerns (1.000 Arbeitsplätze), das Aus für die Dorstener Maschinenfabrik (600), das Verschwinden weiterer industriell geprägter oder mit Stahl und Kohle verbundener Betrieb und insbesondere das Ende der Steinkohleförderung auf der Zeche Fürst Leopold (über 4.000 Beschäftigte) ließ die Zukunft der Stadt düster erscheinen. Der Tiefpunkt war 2005 erreicht: In Dorsten waren nur noch knapp 14.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, fast 4.800 Menschen (Quote 12,3 %) waren ohne Arbeit und die städtischen Finanzen verschlechterten sich rasant.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt aber längst begonnen, gegenzusteuern: 2001 war die Förderung auf Fürst Leopold eingestellt worden und schon 2003 konnte mit der Erschließung der Flächen für eine neue Nutzung begonnen werden. Auch die Ruhrgasflächen wurden einbezogen. Für die Aufbereitung der Flächen in enger Partnerschaft mit der Ruhrkohle AG und der Ruhrgas konnte die Stadt Dorsten erhebliche Fördermittel gewinnen. Zugleich wurde der Industriepark Dorsten-Marl entwickelt und ab 2005 vermarktet. Auf beiden Flächen wurden bis heute fast 1.400 sozialversicherte Arbeitsplätze in attraktiven und zukunftsfesten Betrieben geschaffen. Im Industriepark kommen weitere rund 1.000 Arbeitsplätze auf Marler Seite hinzu.

Das von Gastronomie, Kultur und Freizeitnutzung geprägte Creativquartier im historischen Gebäudeensemble des Bergwerks Fürst Leopold, ein überregional bekannter Anziehungspunkt, ist sicherlich das sichtbarste Symbol für die bisherigen Erfolge im Strukturwandel, der aber noch nicht abgeschlossen ist.

Das Industriegebiet Große Heide auf dem ehemaligen Zechenstandort in Wulfen befindet sich in der Vermarktung. Mit dem Bau des Levi’s Distributionszentrums konnte nicht nur eine bekannte Weltmarke angesiedelt werden, sondern es entstehen auch bis zu 600 neue Arbeitsplätze. Bis zu 300 weitere können auf den noch zu vermarktenden Flächen der Großen Heide entstehen.

Über weitere neue Gewerbeflächen in Kooperation mit der Nachbargemeinde Schermbeck verhandelt die Stadt Dorsten derzeit mit der Regionalplanung.

Die Dorstener Wirtschaft ist heute viel stärker mittelständisch geprägt, differenzierter aufgestellt und hat sich aus der Abhängigkeit von Mono-Strukturen wie Stahl und Kohle befreit. WINDOR-Geschäftsführer Markus Funk: „Eine solche Wirtschaftsstruktur ist stressresistenter und krisenfester. Wir erleben im Augenblick, dass sich die Aussichten wieder eintrüben. Durch den Überfall Russlands auf die Ukraine, durch Inflation, steigende Zinsen und Energiekosten bei sinkender Konsumlaune werden die Arbeitslosenzahlen steigen, die Umsätze sinken und der Druck auf die öffentlichen Haushalte zunehmen. Ich bin jedoch überzeugt, dass die Wirtschaft in Dorsten damit deutlich besser klarkommen wird, als mit den strukturellen Herausforderungen der Jahre 2000 bis 2010.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff dankt allen, die daran mitgewirkt haben, die 2005 erreichte Talsohle zu verlassen. „Was wir bis heute erreicht haben, ist eine Gemeinschaftsleistung aller Partner. Politik und Verwaltungen gehören dazu, aber ganz besonders die Unternehmen, die dem Standort Dorsten die Treue gehalten oder das Vertrauen für eine Neuansiedlung geschenkt haben. Mit einem starken Mittelstand sind wir schon jetzt gut aufgestellt für die Zukunft. Aber diese Struktur müssen wir auch konsequent pflegen, erhalten und weiterentwickeln.“ Besonders dankt der Bürgermeister dabei seinem Vorgänger Lambert Lütkenhorst, der mit den damaligen Stadträten und mit den WINDOR-Prokuristen Alfred Weiß, Erwin Gerdemann und Günter Aleff die notwendigen Grundsteine für den heutigen Erfolg legte.

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