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Millionen von der EU für Marl und Dorsten

Marl und Dorsten sollen von der EU millionenschwere Hilfen für den Strukturwandel bekommen. Ein spezielles Förderprogramm soll den Städten im nördlichen Ruhrgebiet helfen, die Folgen des Kohleausstiegs zu bewältigen

Die Fördermittel des so genannten „Just Transition Fund“ sollen sich Marl und Dorsten mit Gladbeck und Bottrop teilen – insgesamt sind 100 Millonen Euro drin

Mit dem Just Transition Fund fördert die Europäische Union den Übergang zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft. Rund 100 Millionen Euro aus dem Fonds hat die EU den Städten Bottrop, Dorsten, Gladbeck und Marl in Aussicht gestellt. Das gab heute Staatssekretär Christoph Dammermann bei einem Besuch in der Region bekannt. Die Fördermittel sollen den Städten im nördlichen Ruhrgebiet helfen, die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Kohleausstiegs zu bewältigen.

Staatssekretär Dammermann: „Wo einst Bergbau- und Industriebrachen waren, haben sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt, die den Menschen im Ruhrgebiet neue und zukunftssichere Arbeitsplätze bieten. Der Just Transition Fund ist für uns als Land eine große Unterstützung, den Strukturwandel im nördlichen Ruhrgebiet weiter voranzubringen. Besonders jungen Menschen möchten wir durch verbesserte Bildungsangebote helfen, gut bezahlte Arbeit in innovativen Branchen zu bekommen. Zusammen mit dem 5-StandorteProgramm bieten wir den Menschen und Unternehmen im Ruhrgebiet die notwendige Unterstützung auf dem Weg in die klimaneutrale Wirtschaft von morgen.“

„Wirtschaft endet bei uns nicht an Stadtgrenzen. Darum bin ich überzeugt, dass diese Förderung eine gute Chance ist, unsere gesamte Region voranzubringen,“ erklärt Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen. „Durch unsere Bergbau-Vergangenheit sind wir maßgeblich vom Kohleausstieg betroffen. Darum begrüße ich sehr, dass mit dem Just Transition Fund nun auch die Kommunen und Regionen bedacht werden, die, auch ohne Standort eines Kohlekraftwerks zu sein, dennoch deutlich mit den Folgen des Kohleausstiegs konfrontiert sind.“

Tobias Stockhoff, Bürgermeister von Dorsten: „Die Kohleförderung in Dorsten ist zwar eingestellt und wir haben wichtige Meilensteine beim Strukturwandel gemeistert, dennoch spüren wir das Ende der Steinkohleförderung in unseren Nachbarstädten Marl und Bottrop. Wir sind zwanzig Jahre nach dem Ende des aktiven Bergbaus noch nicht fertig: Auch in Dorsten gibt es aus der Bergbaugeschichte noch Flächenpotenziale, die es für neue Arbeitsplätze zu entwickeln gilt. Und leider gibt es immer noch Menschen, die direkt oder indirekt vom Bergbau gelebt haben und die nach dem Ende der Kohleförderung keine neue Beschäftigung gefunden haben. Dies und die sich zukünftig weiter verstärkende Nachfrage nach gewerblich-technischen Arbeitskräften rückt aus meiner Sicht die Themen Fachkräftemangel beziehungsweise -sicherung und Qualifizierung in den Fokus. Diese Herausforderungen sind nur mit den Unternehmen und in enger Kooperation mit arbeitsmarktpolitischen Akteuren, Hochschulen und Qualifizierungsträgern erfolgversprechend zu bewältigen. Neben dem Fachkräftemangel ist und bleibt auch die Flächenverfügbarkeit für die Ansiedlung und Entwicklung von neuen Firmen und Arbeitsplätzen ein zentrales Thema.“

Foto:  V.l.: Bernd Tischler (Oberbürgermeister Bottrop), Landrat Bodo Klimpel, Staatssekretär Christoph Dammermann, Bettina Weist (Bürgermeisterin Gladbeck), Dr. Manfred Gehrke (Amtsleitung Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung, Stadt Marl) und Tobias Stockhoff (Bürgermeister Dorsten).

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