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Industrie: Umsatzverluste unter dem Schnitt

Die Industrie kommt im IHK-Bezirk Nord Westfalen offensichtlich besser durch die Corona-Krise als in anderen Regionen. Zu dieser Einschätzung kommt die IHK Nord Westfalen nach Auswertung aktuell verfügbarer Daten. Zwar ist der Gesamtumsatz der Industriebetriebe im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region im vergangenen Jahr auf 41,8 Milliarden Euro gesunken. Allerdings war der Umsatzrückgang gegenüber 2019 mit 6,9 Prozent deutlich geringer als im Land NRW (- 8,6 Prozent) und im Bund (- 8,5 Prozent).

Zusammen mit der aktuell nochmals verbesserten Auftragslage im verarbeitenden Gewerbe insgesamt ergibt sich „ein Bild, das sehr optimistisch stimmt“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel heute (10. Mai) in Münster. „Die Industrie entwickelt sich mehr und mehr zum Konjunkturmotor, von dem gerade in einer starken Industrieregion wie Nord-Westfalen in den nächsten Monaten in Abhängigkeit von den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie auch alle anderen Wirtschaftsbereiche profitieren werden“, so Jaeckel weiter.

Besonders günstig wirke sich die anziehende Konjunktur der Weltwirtschaft aus. „Die Auslandsnachfrage entwickelt sich noch dynamischer als die Nachfrage aus dem Inland“, betonte Jaeckel. Der Aufholprozess sei in vollem Gange. Bundesweit lägen die Auftragseingänge etwa im Maschinenbau und in der Chemischen Industrie über dem Vorkrisenniveau. „Beide Branchen haben ein starkes Standbein in unserer Region“, erläuterte der IHK-Hauptgeschäftsführer und ergänzte: „Erfolgsgeheimnis der regionalen Wirtschaft insgesamt ist aber gerade die beachtliche Branchenvielfalt und die Vielzahl mittelständischer Familienunternehmen, unter denen etliche Weltmarktführer in speziellen Nischenmärkten sind.“

Als „Stabilisator in der Krise“, so Jaeckel, hat sich jedoch die Nahrungsmittelindustrie erwiesen. Sie kam im vergangenen Jahr mit einer vergleichsweise kleinen Delle davon (- 1,4 Prozent) und erzielte einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Damit hat sie die Chemische Industrie überholt und war erstmals die umsatzstärkste Industriebranche in Nord-Westfalen.

Die Umsatzverluste der Industrie fielen regional sehr unterschiedlich aus. Während sie im Durchschnitt bei 6,9 Prozent lagen, verzeichnete die Emscher-Lippe-Region ein Minus von 10,3 Prozent, das Münsterland ein Minus von 5,6 Prozent.

Auf dem Bild: Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen

Internet-Tipp:
Der Wirtschaftsatlas der IHK Nord Westfalen:

www.ihk-nw.de/wirtschaftsatlas

 

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