Skip to content

Handlungsdruck und positive Signale

Dorsten Artikel-Bild
IHK-Regionalausschuss diskutiert über Landtagswahl

Die wirtschaftliche Lage in der Emscher-Lippe-Region bleibt angespannt, der Handlungsdruck wächst. Bei der jüngsten Sitzung des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Recklinghausen erkannte die Ausschussvorsitzende Melanie Baum aber positive Signale aus der Politik. Das geplante kommunale Regelbefreiungsgesetz des Landes NRW, das Städten und Kommunen die schnelle und unbürokratische Umsetzung von Vorhaben erleichtert, nannte sie als ein Beispiel. Die vom Bund vorgesehene pauschale Aufhebung von Berichts- und Dokumentationspflichten als ein anderes. „Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu weniger Bürokratie und mehr Handlungsfreiheit und Effizienz“, betonte sie in der Sitzung bei der SYNEQT GmbH im Chemiepark Marl. Dort ging es auch um die weiteren Erwartungen der Wirtschaft an die Politik im Vorfeld der Landtagswahl 2027.

Sven Wolf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, verdeutlichte den dringenden Handlungsbedarf für mehr Wettbewerbsfähigkeit anhand von Zahlen. So sei der Industrieumsatz in der Emscher-Lippe-Region 2025 um fast sieben Prozent zurückgegangen. Zwar fiel das Minus Im Kreis Recklinghausen mit 3,6 Prozent geringer aus als in Bottrop oder Gelsenkirchen. „Aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK ergeben sich aber kaum Anzeichen für eine Belebung“, so Wolf. Beispielsweise nannten die Unternehmen hohe Arbeitskosten als einen wesentlichen Risikofaktor. Allein im Kreis Recklinghausen seien zwischen 2022 und 2025 mehr als 1.600 Industriearbeitsplätze verlorengegangen, ein Rückgang um 5,7 Prozent. Besonders stark betroffen gewesen seien Herten mit einem Minus von 28,1 Prozent sowie Datteln mit einem Rückgang um 18,8 Prozent. Auch steigende Energie- und Rohstoffpreise machten den Betrieben zu schaffen.

Gastgeber der Sitzung war die SYNEQT GmbH, die seit Anfang des Jahres als eigenständige Gesellschaft die Chemieparks in Marl und Wesseling betreibt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Einblicke in die Aufgaben und Herausforderungen eines der größten Industriedienstleisters der nordrhein-westfälischen Prozessindustrie. Wie groß die Dimensionen des Standorts Marl sind, erfuhren die Ausschussmitglieder buchstäblich bei einer Werksrundfahrt.

Darüber hinaus nutzten die Unternehmerinnen und Unternehmer ein interaktives Arbeitsformat, um zentrale Anliegen der Wirtschaft mit Blick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 zu formulieren. Dabei spielten insbesondere die Themen Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Erwartungen der Wirtschaft in der Emscher-Lippe-Region zu bündeln und als Grundlage für den Dialog mit Politik und Verwaltung zu nutzen.

Stichwort: Regionalausschuss der IHK Nord Westfalen

 Im IHK-Regionalausschuss für den Kreis Recklinghausen engagieren sich Unternehmerinnen und Unternehmer ehrenamtlich für die wirtschaftlichen Interessen des Kreises. Das Gremium befasst sich mit allen wirtschaftlich relevanten Themen der Region und berät zudem die Vollversammlung, das Präsidium und die Geschäftsführung der IHK Nord Westfalen.

Bild: Der IHK-Regionalausschuss für den Kreis Recklinghausen mit der Vorsitzenden Melanie Baum (3.v.l.) tagte diesmal im Chemiepark Marl. Sven Wolf (4.v.l.), stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, gab dabei einen Überblick über Konjunkturzahlen aus der Region.

Foto: Pöhnert

An den Anfang scrollen
X
X