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Nur zwei Kommunen erhöhen Gewerbesteuer

IHK: Betriebe zahlen zwölf Prozent mehr als im Schnitt

Nur zwei der insgesamt 78 Städte und Gemeinden im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region haben die Gewerbesteuerhebesätze für 2021 erhöht. Das hat eine Umfrage der IHK Nord Westfalen bei den Kommunen in ihrem Bezirk ergeben. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel wertet das Ergebnis als gute Nachricht für die gewerbliche Wirtschaft und sagte: „Für Steuererhöhungen gibt es derzeit auch keinen Spielraum.“ Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen für weite Teile der Wirtschaft hätten viele Unternehmen in Existenznot gebracht. Die Reserven seien aufgebraucht. „Zudem sind die Hebesätze für die Gewerbesteuer in der Region ohnehin deutlich höher als im Bundesdurchschnitt“, so Jaeckel.

Nur Lienen und Ostbevern haben in diesem Jahr an der Gewerbesteuerschraube gedreht. In Lienen ist der Hebesatz von 440 auf 458 angehoben worden, in Ostbevern von 417 auf 418. Steuersenkungen gab es in keiner Kommune.

Der durchschnittliche Gewerbesteuerhebesatz liegt in Nord-Westfalen nach wie vor bei 450 Punkten – und damit um knapp 50 Punkte über dem Bundesdurchschnitt (403). Konkret bedeutet das zum Beispiel: Eine GmbH mit 100.000 Euro Jahresgewinn zahlt in Nord-Westfalen 1.645 Euro mehr an Gewerbesteuer als im Bundesdurchschnitt. Die Gewerbesteuerlast beträgt 15.750 Euro (Hebesatz 450) anstatt 14.105 Euro (Hebesatz 403). Das sind fast zwölf Prozent mehr.

„Überdurchschnittlich hohe kommunale Gewerbe- und Grundsteuerhebesätze schwächen grundsätzlich die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und damit die Attraktivität von Standorten“, stellt der IHK-Hauptgeschäftsführer fest. Ohnehin schon krisengeschwächte Firmen mit höheren Steuern zu belasten, könne den laufenden Erholungsprozess ausbremsen und letztlich womöglich Arbeitsplätze kosten.

Kritisch sieht Jaeckel darum auch die aktuelle Entwicklung bei der Grundsteuer B im IHK-Bezirk. Für diese Steuer, die von den Städten und Gemeinden auf bebaute und unbebaute Grundstücke erhoben wird und damit auch Unternehmen belastet, haben sechs Kommunen im Jahr 2021 die Hebesätze erhöht: Gladbeck um 60 Punkte (von 690 auf 750), Reken um 53 Punkte (von 297 auf 350; Rückkehr zum alten Satz nach einmaliger Absenkung wegen Corona nur im Jahr 2020), Lienen um 35 Punkte (von 495 auf 530), Ostbevern um 14 Punkte (von 429 auf 443), Borken um vier Punkte ( von 466 auf 470) und Isselburg ebenfalls um vier Punkte (479 auf 483).

Internet-Tipp

Tabellen und Karten mit den Gewerbe- und Grundsteuerhebesätzen aller 78 Städte und Gemeinden im IHK-Bezirk Nord Westfalen, sowie Tabellen zu den konkreten Steuerbelastungen („Gewerbesteuerrechner“), sind im Internet abrufbar unter: www.ihk-nordwestfalen.de/gewerbesteuer

Foto: Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen

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