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Tunnel sollen Kröten und Frösche retten

Dorsten Artikel-Bild

Dorsten plant Tunnel für Amphibien an der Frankenstraße

An der Frankenstraße in Wulfen sterben jedes Frühjahr Dutzende Kröten. Dorsten will das mit Tunneln und Leitzäunen stoppen – für 260.000 Euro.

Jedes Frühjahr machen sich Hunderte Kröten, Frösche und Molche in Dorsten-Wulfen auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ihr Weg führt sie über die Frankenstraße – und das hat in der Vergangenheit immer wieder tödliche Folgen gehabt. Nun hat der Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt Dorsten einstimmig beschlossen, Fördermittel für ein stationäres Amphibien-Leitsystem zu beantragen. Das Vorhaben soll die Tiere dauerhaft schützen. An fünf geeigneten Frühlingsabenden untersuchten Biologen einen rund 1,2 Kilometer langen Abschnitt der Frankenstraße. Das Ergebnis: 211 wandernde Amphibien wurden erfasst – darunter 43 Tiere, die bereits vom Straßenverkehr getötet worden waren. Nachgewiesen wurden vor allem Erdkröten, außerdem Grasfrösche, Teichmolche und Wasserfrösche.

43 tote Tiere in Dorsten-Wulfen gefunden

Das geplante System besteht aus fest eingebauten Leitzäunen entlang der Straße. Treffen Amphibien auf die Barriere, folgen sie dieser automatisch bis zu einem Tunnel unter der Fahrbahn. Anders als bei den bisherigen mobilen Schutzzäunen entfällt damit der jährliche Auf- und Abbau sowie die Betreuung durch Ehrenamtliche. Die Anlage soll auf einer Länge von rund 900 Metern entstehen. Geplant sind außerdem eine kleine Schutzhütte und zwei Informationstafeln für Spaziergänger und Radfahrer.

Das soll der Amphibien-Tunnel in Dorsten kosten

Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 260.000 Euro geschätzt. Etwa 70 Prozent sollen über das EU-Förderprogramm LEADER finanziert werden. Den verbleibenden Eigenanteil von rund 78.000 Euro möchte die Stadt möglichst durch weitere Fördermittel oder EEG-Ausgleichsgelder reduzieren. Die Schutzhütte könnte bereits 2027 entstehen, der Bau der eigentlichen Leiteinrichtung ist für 2028 vorgesehen. Bis dahin verzichtet die Stadt auf den Einsatz von Baken zur Sperrung – diese wurden laut Verwaltung häufig Ziel von Vandalismus. Stattdessen setzt Dorsten ausschließlich auf Beschilderung mit Beleuchtung.

Quelle: Radio Vest

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