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Bürgerantrag: Olympia auf Halde

Dorsten Artikel-Bild
Bürgerantrag soll bereits in der kommenden Woche im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden. Anhörungen an Akteure mit der Bitte um Stellungnahme verschickt.

Kann die Halde Hürfeld in Dorsten Schauplatz der Mountainbike-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044 werden? Der Dorstener Uwe Kähler hat am vergangenen Freitag, 30. Januar 2026, in einem Bürgerantrag gebeten, genau dies zu prüfen und gegebenenfalls auch die Bevölkerung in einem Ratsbürgerentscheid um Zustimmung zu bitten.

Im Rahmen der NRW-Bewerbung „Köln / Rhein-Ruhr“ um Olympische und Paralympische Spiele soll eigentlich die Halde Hoheward auf der Stadtgrenze Herten / Recklinghausen Schauplatz dieser Wettkämpfe werden. Im Rat der Stadt Herten gab es in der vergangenen Woche allerdings nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit für einen Ratsbürgerentscheid, der nach Bewerbungskonzept in allen Stadtortkommunen stattfinden soll. Das drohende Scheitern der Hertener Ambitionen veranlasste Uwe Kähler zu seinem Bürgerantrag, damit der Wettbewerb dennoch in der Region bleiben kann.

Der Zeitplan dafür ist allerdings – passend zu Olympia – buchstäblich sportlich: Die Ratsbürgerentscheide sollen zentral am 19. April 2026 durchgeführt werden. Der Bürgerantrag zu Olympia auf der Halde Hürfeld wird am 18. Februar 2026 im Haupt- und Finanzausschuss beraten und könnte dann eine Woche danach im Rat (25. Februar 2026) zur Abstimmung gestellt werden. Angesichts des engen Zeitplans hat im Rathaus bereits am heutigen Montag die Vorbereitung auf einen möglichen Ratsbürgerentscheid begonnen.

Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Das Zeitfenster ist insgesamt sehr knapp, aber noch zu schaffen, wenn wir auch vor einer Beschlussfassung im Rat jetzt schon so viel wie möglich vorbereiten.“ Der Stadt Dorsten ist dabei bewusst, dass sich der politische Wind in Herten auch noch drehen könnte. „Aber wir wollen uns selbstverständlich der regionalen Verantwortung stellen und dazu beitragen, dass Wettkämpfe im Kreis Recklinghausen stattfinden können, wenn Nordrhein-Westfalen den Zuschlag für Olympische Spiele erhält“, so Stockhoff.

Auf dem Weg dorthin sind allerdings einige grundsätzliche Fragen zu klären, auf die es bis zur Beratung in den kommenden Wochen sicherlich keine abschließenden Antworten geben wird. So gibt es parallel die Bemühungen der RVR-Tochter Abfallbeseitigungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR), auf der Halde Hürfeld eine Deponie zu errichten – ein hoch umstrittenes Vorhaben, dem nach Ansicht der Stadt Dorsten insbesondere die Versprechungen der RAG aus den Haldenverträgen von 1982 und 1997 entgegenstehen, die Halde zu renaturieren und für Freizeitnutzung freizugeben.

Die Stadt hat darum am Montag Anhörungsschreiben zum vorliegenden Bürgerantrag verschickt an die wichtigsten beteiligten Akteure, um ein erstes Meinungsbild und auch schon einige sachliche Informationen zu erfragen. Die Schreiben gingen u. a. an RAG-Vorstand Michael Kalthoff, an Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung, AGR-Geschäftsführer Stephan Kaiser und RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin mit der Bitte, noch vor der ersten Beratung im Haupt- und Finanzausschuss eine erste Einschätzung aus der jeweiligen Sicht zu geben, ob man Olympische Spiele im Ruhrgebiet ermöglichen wolle.

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