Sechs Wochen Ausstellung zum Projekt #Echt an der Gesamtschule Wulfen
Systemische Diskriminierung sichtbar machen und ins Gespräch bringen: Dieses Ziel verfolgt das Projekt #Echt, das von der Jugendberufshilfe der Stadt Dorsten gemeinsam mit der Klasse 9.1 der Gesamtschule Wulfen und dem Verein „HerausForderung e.V.“ ins Leben gerufen wurde. Die Ergebnisse des Gemeinschaftsprojekts sind nun in einer Ausstellung zu sehen, die über sechs Wochen an der Gesamtschule Wulfen und dort in den Räumlichkeiten der „Bibi am See“ präsentiert wird.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Auseinandersetzung mit Formen von Diskriminierung, die tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind und im Alltag oft unbemerkt bleiben. Zu sehen sind persönliche Schicksale von aktiven und ehemaligen Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Wulfen, von Lehrkräften aber auch von Dorstenerinnen und Dorstenern, denen zum Beispiel aufgrund ihrer migrationsbedingten Herkunft die Fähigkeit zum Gymnasialbesuch abgesprochen wurde oder die aufgrund einer körperlichen Beeinträchtigung für unfähig erachtet wurden, eine Ausbildung zu absolvieren.
Systemische Diskriminierung zeigt sich in vielen Lebensbereichen. Etwa dann, wenn Menschen aufgrund ihres Namens, ihres Aussehens oder ihres sozialen Hintergrunds schlechtere Chancen auf dem Wohnungs- oder Arbeitsmarkt haben. Auch Behinderungen, Neurodivergenz, sexuelle Orientierung oder familiäre Voraussetzungen können Gründe für Benachteiligung sein.
Schulleiter Hermann Twittenhoff betont die Bedeutung der Aufklärung: „Jede Form einer weniger günstigen Behandlung ist eine Benachteiligung. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Benachteiligung vorsätzlich oder in böswilliger Absicht geschieht. Entscheidend ist der nachteilige Effekt, der bei den Betroffenen durch die Ungleichbehandlung entsteht.“ Es dürfe keine Ausgrenzung bestimmter Gruppen geben, die so selbstverständlich erscheine, dass sie kaum noch hinterfragt werde.
Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Rückblick auf die Projektarbeit der Klasse 9.1, sondern auch als Einladung zum Mitmachen. Unter dem Motto „#Echt – Zeig, wer du bist!“ werden Menschen gezeigt, die Diskriminierung erfahren haben, ohne sie auf eine Opferrolle zu reduzieren. Stattdessen stehen ihre Stärken, ihre Geschichten und ihr Umgang mit unfairen Strukturen im Vordergrund.
Interessierte können die Ausstellung in den kommenden sechs Wochen in der Bibliothek am See besuchen und sich selbst ein Bild davon machen, wie wichtig es ist, hinzuschauen, zuzuhören und Diskriminierung nicht als Normalität hinzunehmen.
Bild: Sechs Wochen lang bleibt die Ausstellung ‚Echt in der Gesamtschule und kann dort in den Räumen der Bibi am See gesehen werden. Die drei Lehrerinnen Özgün Cicek, Gülten Topcu und Susanne Öngören haben sich bei diesem Projekt sehr engagiert.
Auf dem Foto: Stefanie Marzian, Verein für HerausForderung e.V., (links)





